Das Neue Testament, die Psalmen und Biblischen Oden der Orthodoxie
Eine Übersetzung mit vielen Fragezeichen.
„Selig der Mann, der nicht wandelte im Rat der Frevler“. (PS 1) Ja die Vergangenheit ist am Ende entscheidend. Wir leben allerdings gegenwärtig. Unausweichlich.
Über sprachwissenschaftliche Sachverhalte möchte ich mit den Übersetzern nicht streiten – da „ziehe ich den Kürzeren“, wenn ich die Qualifikationen der Übersetzer bedenke.
Gegenwärtig schlage ich im Jahr 2026 die aktuelle Übersetzung für die gegenwärtige orthodoxe Kirche auf. Und ich bin nicht „begeistert“. Dies möchte ich begründen.
Ja, es war offensichtlich eine große Anstrengung eine Übersetzung des gesamten NT inclusive der Psalmen und der biblischen Oden in kurzer Zeit herzustellen. Und eine große Leistung. Und eine große Chance.
Aber. Aber. Aber.
Luther sagte einmal „Welcher Deutsche verstehet so etwas?“ (Sendbrief vom Dolmetschen). Ja der Deutsche soll es dann wohl verstehen. Der Deutsche – d.i. in der Regel kein Wissenschaftler. Er will die Orthodoxie verstehen. Aber diese gibt sich leider, wie so häufig, verschlossen und redet unter Eingeweihten in Rätseln.
„Denn »Überfluss des Herzens« ist kein Deutsch; so wenig“ (Luther) es auch kein verständliches und kein gutes Deutsch ist davon zu reden, dass wir Gottes „Mitwirker“ (2. Kor. 3,9) und „Verwalter der Mysterien Gottes“ sind. Ja ich verstehe den Sinn – aber mir steht eine Bibliothek mit ca. 2000 meist theologischen, sprachwissenschaftlichen und philosophischen Werken inclusive Nachschlagewerken zur Verfügung. Meinen Nachbarn und Bekannten in der Regel nicht.
Ich könnte jetzt noch unzählige Beispiele aufführen, die noch wesentlich deutlicher veranschaulichen, worum es mir geht.
Erläuternde Anmerkungen findet man leider vergeblich. Auch ein Verzeichnis der wichtigsten Bibelstellen sucht man vergeblich.
Wer den Korintherbrief aufschlagen will – um zum Beispiel das bekannte Hohelied der Liebe aufzuschlagen – muss das Inhaltsverzeichnis am Ende des Buches aufschlagen und die entsprechende Seitenzahl suchen. Die biblischen Bücher sind auf den Bibelseiten nicht gekennzeichnet. Und er wird feststellen, dass auch die Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis häufig nicht korrekt sind.
Gottes Wort zu übersetzen heißt für mich, dass es beim gewöhnlichen Leser ankommt. In orthodoxer Lesart.
Entschuldigung. Nein. So geht es nicht.